Ein Energieaudit für ein Mehrfamilienhaus soll nicht nur die Frage beantworten, wie viel Energie der Wohnblock verbraucht. Es soll klären, wo Verluste entstehen, wie die Anlagen arbeiten, welche Maßnahmen technisch sinnvoll sind und in welcher Reihenfolge sie umgesetzt werden sollten. Bei einem Mehrfamilienhaus ist dies besonders wichtig, weil eine gemeinsame Gebäudehülle und gemeinsame Anlagen Dutzende oder Hunderte Wohnungen mit unterschiedlichen Nutzungsprofilen versorgen und frühere Modernisierungen häufig schrittweise durchgeführt wurden.
Ein gut vorbereitetes Audit führt von der allgemeinen Idee „der Wohnblock muss gedämmt werden“ zu einem Vergleich konkreter Modernisierungsvarianten. Ausgangspunkt sollten der tatsächliche Zustand des gesamten Gebäudes und sein Energiebedarf sein – nicht eine vorab getroffene Entscheidung über den Austausch der Wärmequelle, der Fenster oder die Art der Dämmung.
Kurz zusammengefasst – was sollte das Audit der Eigentümergemeinschaft oder der Verwaltung liefern?
- eine strukturierte Beschreibung des Zustands der Gebäudehülle und der technischen Anlagen;
- eine Energiebilanz des Ist-Zustands auf Grundlage der Bestandsaufnahme und der Betriebsdaten;
- die Erfassung früherer Teilmodernisierungen und ihres Einflusses auf den heutigen Gebäudezustand;
- Varianten der energetischen Modernisierung mit Bewertung ihrer energetischen und wirtschaftlichen Wirkung;
- die Darstellung von Abhängigkeiten zwischen Maßnahmen, z. B. des Einflusses einer Dämmung auf die spätere Auslegung der Wärmequelle oder der Parameter der Wärmeübergabestation;
- eine Entscheidungsgrundlage für Vorstand, Eigentümergemeinschaft, Wohnungsgenossenschaft, kommunale Gebietskörperschaft oder für die Vorbereitung einer Finanzierung und der weiteren Planungsunterlagen.
1. Worin unterscheidet sich ein Audit eines Mehrfamilienhauses von einem einfachen Energieausweis?
Der wichtigste Unterschied liegt im Zweck des Dokuments. In Polen beschreibt ein formeller Energieausweis die energetische Qualität eines Gebäudes oder Gebäudeteils nach einer festgelegten Methodik. Er ist ein formelles Dokument, das unter anderem bei Verkauf, Vermietung und in anderen nach polnischem Recht vorgesehenen Fällen verwendet wird. Er dient jedoch nicht dazu, das optimale Paket an Modernisierungsmaßnahmen auszuwählen.
Ein Audit hat eine andere Funktion. Nach dem polnischen Gesetz zur Förderung der thermischen Modernisierung und von Renovierungen ist es eine Ausarbeitung, die Umfang sowie technische und wirtschaftliche Parameter eines Thermomodernisierungsvorhabens festlegt und die optimale Lösung benennt. Für die Gebäudeverwaltung bedeutet dies den Übergang von der Diagnose des Gebäudes zum Vergleich konkreter Investitionsentscheidungen.
Den breiteren Leistungsumfang und die Einsatzmöglichkeiten beschreibt die Seite Energieaudit für Gebäude.
| Bedarf | Energieausweis | Energieaudit für ein Mehrfamilienhaus |
|---|---|---|
| Beschreibung der aktuellen energetischen Qualität | Ja | Bestandteil einer umfassenderen Analyse |
| Modernisierungsvarianten | Nicht der Hauptzweck des Dokuments | Ja |
| Vergleich der energetischen und wirtschaftlichen Wirkung | Nicht in Form einer Investitionsanalyse | Ja |
| Festlegung der Reihenfolge der Arbeiten | Nein | Ja, sofern dies aus dem Auditumfang hervorgeht |
| Schaffung einer Grundlage für die Finanzierung der energetischen Modernisierung | Ersetzt das erforderliche Audit nicht | Je nach Förderinstrument kann das Audit ein vorgeschriebenes oder zentrales Dokument sein |
2. Welche Daten erhebt der Auditor?
Bei einem Mehrfamilienhaus reicht der jährliche Wärmeverbrauch allein nicht aus. Der Auditor muss technische Unterlagen, Betriebsdaten, Informationen zu früheren Arbeiten und den bei der Vor-Ort-Begehung festgestellten Zustand zusammenführen.
Am häufigsten werden folgende Datengruppen erhoben:
Geometrische und bauliche Daten
Benötigt werden unter anderem Flächen und Volumina, die Anzahl der Geschosse, Grundrisse, Schnitte, Fassadenansichten sowie Angaben zum Aufbau von Wänden, Dach oder Flachdach, Decken über Kellern und anderen Bauteilen, die beheizte Bereiche von unbeheizten Räumen oder der Außenluft trennen.
Informationen zu Fenstern, Türen und früheren Sanierungen
In vielen Wohnblöcken wurden die Fenster über viele Jahre hinweg von den Bewohnern individuell ausgetauscht. Ähnliches gilt für die nachträgliche Dämmung von Giebelwänden, Dächern, Kellerdecken oder den Austausch von Eingangstüren. Ein solches Gebäude sollte im Audit nicht als homogene Hülle modelliert werden, wenn einzelne Bereiche unterschiedliche Parameter aufweisen.
Daten zu Heizung und Wärmequelle
Der Auditor analysiert die Art der Wärmequelle oder Wärmeübergabestation, Betriebsparameter, vertraglich vereinbarte oder verfügbare Leistung, witterungsgeführte Regelung, Verteilanlage, Rohrdämmung, Heizkörper, Ventile, Einstellungen und Regelstrategie. Wichtig sind auch Angaben zu früheren Modernisierungen der Zentralheizungsanlage.
Daten zur Trinkwarmwasserbereitung
Relevant sind die Art der Warmwasserbereitung, die Parameter der Wärmeübergabestation oder Wärmequelle, Zirkulation, Rohrdämmung sowie – sofern verfügbar – Daten zum Wasserverbrauch und zur für die Erwärmung eingesetzten Energie.
Lüftung und Nutzungsweise
In Mehrfamilienhäusern werden meist natürliche oder mechanische Lüftung sowie die Bedingungen analysiert, die den Luftvolumenstrom beeinflussen. Wichtig sind außerdem Informationen zur Nutzung der Gemeinschaftsflächen, zur Zahl der Wohnungen, zu typischen Innentemperaturen und zu ungewöhnlichen Veränderungen am Gebäude.
Rechnungen und Betriebsdaten
Hilfreich sind Rechnungen für Wärme, Gas, Strom und andere Energieträger sowie Aufstellungen zu Verbrauch und vertraglich vereinbarter Leistung. Reale Daten helfen, die Plausibilität des Modells zu prüfen, ersetzen jedoch die Berechnungen nicht, da der Verbrauch unter anderem von Wetter, den in den Wohnungen gehaltenen Temperaturen und dem Nutzerverhalten abhängt.
3. Was prüft der Auditor bei der Vor-Ort-Begehung?
Die Vor-Ort-Begehung dient vor allem dazu, die Dokumentation und die Modellannahmen zu überprüfen. Bei älteren Gebäuden entsprechen Archivpläne dem tatsächlichen Zustand häufig nicht vollständig, weil im Laufe der Jahre Teilrenovierungen, Fensteraustausch und Umbauten an den Anlagen vorgenommen wurden.
Bei der Begehung sollten insbesondere folgende Punkte geprüft werden:
- Fassaden und Umfang der vorhandenen Dämmung;
- Dach oder Flachdach, Zugänglichkeit der Dämmschichten und Bereiche mit möglicher Feuchtebelastung;
- Decken über Kellern, Durchfahrten oder anderen unbeheizten Bereichen;
- Fenster, Außentüren und Verglasungen in Gemeinschaftsbereichen;
- Wärmeübergabestation, Heizraum oder eine andere Wärmequelle;
- Verteiler, Steigleitungen und horizontale Leitungen der Zentralheizung, Zustand der Dämmung und verfügbare Einstellungen;
- Regelventile, Thermostatventile und Komponenten der Regelungstechnik;
- Trinkwarmwasseranlage und Zirkulation;
- Lüftungsgitter, Kanäle und Lüftungslösungen sowie Veränderungen, die die Luftzufuhr beeinflussen können;
- Beleuchtung der Gemeinschaftsflächen, Steuerung und andere elektrische Verbraucher, wenn sie Teil einer umfassenderen Modernisierung sein sollen;
- mögliche Standorte für Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien, z. B. das Dach, sowie technische Einschränkungen, sofern eine solche Variante analysiert werden soll.
Der Zugang zu jeder Wohnung ist nicht immer erforderlich. In der Praxis wird der Umfang der Wohnungsbegehungen an den Zweck des Audits, die vorhandene Dokumentation und die Unterschiede innerhalb des Gebäudes angepasst. Wenn ausgewählte Bauteile, Heizkörper oder Lüftungsbedingungen überprüft werden müssen, sollte der Zugang zu repräsentativen Wohnungen im Voraus abgestimmt werden.
Eine detaillierte Beschreibung der Arbeitsschritte finden Sie in einem separaten Beitrag: Ablauf eines Gebäudeenergieaudits.
4. Wie wird die Gebäudehülle analysiert?
Die Gebäudehülle bestimmt die Transmissionswärmeverluste. Ihre Analyse besteht jedoch nicht darin, für den gesamten Wohnblock eine einzige Dämmstärke anzusetzen. Der Auditor unterteilt das Gebäude in Bauteile mit unterschiedlichen Aufbauten und Parametern, bestimmt deren Flächen und Wärmedurchgangskoeffizienten und berücksichtigt die Bedingungen auf beiden Seiten des jeweiligen Bauteils.
Bei einem Mehrfamilienhaus sind insbesondere folgende Punkte wichtig:
- Außenwände mit unterschiedlicher Ausrichtung und unterschiedlichem Aufbau;
- Giebelwände, die früher gedämmt wurden als die übrigen Fassaden;
- Dach oder Flachdach, auch wenn der Schichtenaufbau nur unzureichend dokumentiert ist;
- Decke über einem unbeheizten Keller;
- Wände und Decken an Durchfahrten, Arkaden und anderen Bereichen mit niedrigeren Temperaturen;
- Fenster und Türen, die in unterschiedlichen Jahren ausgetauscht wurden;
- Türen und Verglasungen in Treppenhäusern;
- Wärmebrücken und Bereiche mit erhöhtem Risiko für Kondensation oder Durchfeuchtung, sofern sie für die geplante Modernisierung relevant sind.
Wenn ein Teil des Gebäudes bereits gedämmt wurde, sollte er im Modell nicht allein zur Vereinfachung der Berechnungen auf den ursprünglichen Zustand „zurückgesetzt“ werden. Das Audit muss den Ist-Zustand abbilden. Erst von diesem Ausgangspunkt aus wird die Wirkung weiterer Maßnahmen berechnet.
Thermografie kann helfen, Inhomogenitäten, Undichtheiten oder lokale Probleme zu erkennen, ersetzt aber nicht die Bestandsaufnahme von Materialien, Geometrie und technischen Anlagen. Ob sie sinnvoll ist, hängt vom Untersuchungsziel, den Witterungsbedingungen und der zu klärenden Fragestellung ab.
5. Wie werden die technischen Anlagen analysiert?
Bei einem Mehrfamilienhaus entscheiden die Anlagen häufig darüber, ob der Nutzen der Dämmung tatsächlich ausgeschöpft wird. Die Reduzierung der Wärmeverluste über die Gebäudehülle allein gewährleistet keinen optimalen Betrieb der Heizungsanlage, wenn diese hydraulisch nicht abgeglichen ist, die Vorlauftemperaturen zu hoch sind oder die Regelung nicht korrekt auf den geringeren Bedarf reagiert.
Zentralheizung, Wärmequelle und Wärmeübergabestation
Das Audit bewertet die Art der Wärmeerzeugung oder -versorgung, die Wirkungsgrade einzelner Komponenten, Betriebsparameter und Verteilverluste. Bei einer Wärmeübergabestation sind außerdem die Einstellungen der Regelung und die Anpassung der Vorlauftemperatur an die Außentemperatur von Bedeutung.
Der Austausch der Wärmequelle allein sollte nicht immer die erste Maßnahme sein. Wenn eine spätere Dämmung von Wänden, Dach und Kellerdecke den Wärmebedarf deutlich reduziert, verändert sich auch die Ausgangsbasis für die Auslegung einer neuen Wärmequelle, eines Wärmetauschers, der Pumpen und der Anlagenparameter.
Aus Sicht des Auditors ist die sicherste Entscheidungsreihenfolge in der Regel: zuerst den Bedarf des Gebäudes im Ist-Zustand und nach den geplanten Verbesserungen bestimmen und erst danach die Anlagentechnik für den Zielzustand auslegen. Eine Ausnahme kann eine Störung, die Betriebssicherheit oder eine andere Randbedingung sein, die einen früheren Austausch der Wärmequelle erzwingt.
Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage
In einem Mehrfamilienhaus versorgt eine Anlage Wohnungen mit unterschiedlicher Lage und unterschiedlichen Wärmeverlusten. Ohne korrekten hydraulischen Abgleich können einige Wohnungen überheizt sein, während andere nicht ausreichend warm werden. Der Auditor sollte daher prüfen, ob Regel- und Thermostatventile vorhanden sind, ob Einstellunterlagen verfügbar sind und ob nach früheren Modernisierungen ein erneuter hydraulischer Abgleich durchgeführt wurde.
Durch die Dämmung des Gebäudes ändern sich die erforderlichen Heizkörperleistungen und Volumenströme. Nach einer größeren energetischen Modernisierung können die unveränderten „alten Einstellungen“ daher nicht mehr zur neuen Lastverteilung passen.
Trinkwarmwasser
In Mehrfamilienhäusern kann die Trinkwarmwasserbereitung einen erheblichen Anteil am ganzjährigen Wärmeverbrauch ausmachen. Analysiert werden Wassererwärmung, Zirkulation, Leitungsverluste, Dämmung und Regelung. Dieser Bereich gewinnt nach einer Reduzierung der Heizwärmeverluste zusätzlich an Bedeutung, weil der Anteil des Trinkwarmwassers an der Gesamtenergiebilanz dann steigen kann.
Lüftung
Eine dichtere Gebäudehülle und der Fensteraustausch beeinflussen den Luftwechsel. In einem Gebäude mit natürlicher Lüftung dürfen Fenster nicht ausschließlich als Bauteile mit einem besseren Wärmedurchgangskoeffizienten betrachtet werden. Ebenso zu prüfen sind die Luftzufuhr, die Funktion der Lüftungskanäle und das Risiko einer Verschlechterung der Lüftungsverhältnisse nach der Modernisierung.
Beleuchtung der Gemeinschaftsflächen, Regelungstechnik und erneuerbare Energien
Ein klassisches Energieaudit, das in Polen für ein Thermomodernisierungsvorhaben erstellt wird, konzentriert sich vor allem auf die Wärmebilanz des Gebäudes und auf Anlagen für Raumheizung und Trinkwarmwasserbereitung. Wenn die Eigentümergemeinschaft oder die Verwaltung parallel auch die Beleuchtung der Gemeinschaftsflächen, Photovoltaik, Energiespeicher oder eine umfassendere Regelungstechnik bewerten möchte, sollte dies im Ziel und Umfang des Auftrags ausdrücklich festgelegt werden.
Solche Elemente können Teil einer umfassenderen energetischen Modernisierung eines Mehrfamilienhauses sein. Es sollte jedoch nicht davon ausgegangen werden, dass jedes in Polen für ein Thermomodernisierungsvorhaben erstellte formelle Energieaudit automatisch eine vollständige Analyse des Stromverbrauchs und sämtlicher Technologien für erneuerbare Energien umfasst.
6. Wie entsteht die Energiebilanz eines Mehrfamilienhauses?
Die Energiebilanz verbindet Daten zur Gebäudehülle, Lüftung, technischen Anlagen, Wärmequelle und Nutzung. Ziel ist es zu berechnen, wie viel Energie das Gebäude im Ist-Zustand benötigt und wie sich dieser Bedarf nach einzelnen Verbesserungen verändert.
Vereinfacht betrachtet analysiert der Auditor:
- Wärmeverluste über Wände, Dach, Decken, Fenster und Türen;
- Verluste durch Lüftung und Infiltration;
- den Bedarf für Trinkwarmwasser;
- Wirkungsgrade von Wärmeerzeugung, -verteilung, -speicherung und -regelung – abhängig vom jeweiligen System;
- den Einfluss von Regelung und Betriebsweise;
- reale Verbrauchsdaten als Plausibilitätskontrolle der getroffenen Annahmen.
Bei einem Mehrfamilienhaus ist es wichtig zu unterscheiden, was aus der Bauphysik resultiert und was durch das Verhalten der Bewohner verursacht wird. Zwei Wohnungen mit identischem Grundriss können unterschiedliche Innentemperaturen und einen unterschiedlichen Trinkwarmwasserverbrauch haben. Das Investitionsergebnis des Audits sollte jedoch nicht auf dem Verhalten einer einzelnen Familie beruhen. Das Modell soll das Gebäude so beschreiben, dass Varianten auf einer gemeinsamen Grundlage verglichen werden können.
Rechnungen sind sehr wichtig, weil sie die Größenordnung des tatsächlichen Verbrauchs zeigen und helfen, falsche Annahmen zu erkennen. Das Modell sollte jedoch nicht an eine einzelne Rechnung aus einem außergewöhnlich warmen oder kalten Winter angepasst werden, ohne die zugrunde liegenden Bedingungen zu prüfen.
7. Wie werden Modernisierungsvarianten entwickelt?
Ein gut erstelltes Audit sollte nicht mit einer Liste voneinander unabhängiger Ideen wie „Wände dämmen, Wärmequelle austauschen, PV installieren“ enden. Modernisierungsmaßnahmen beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb müssen auch Maßnahmenpakete und ihre Reihenfolge analysiert werden.
Eine typische Logik der Variantenbildung kann so aussehen:
| Stufe / Variante | Beispielhafter Umfang | Was ist zu prüfen? |
|---|---|---|
| Verbesserungen der Gebäudehülle | Wände, Dach/Flachdach, Kellerdecke, Fenster und Türen in Gemeinschaftsbereichen | Reduzierung der Wärmeverluste, technische Anforderungen, Einfluss auf die Lüftung |
| Gebäudehülle + Anlagen | die oben genannten Maßnahmen sowie hydraulischer Abgleich, Regelungstechnik und Rohrdämmung | Betrieb der Anlage nach Lastreduzierung, erforderliche Volumenströme und Einstellungen |
| Paket mit Modernisierung der Wärmequelle | vorherige Maßnahmen + Wärmequelle oder Wärmeübergabestation | Auslegung für den Zustand nach der Modernisierung, Betriebsparameter, technische und wirtschaftliche Randbedingungen |
| Umfassendere energetische Modernisierung | Wärmepaket + ausgewählte Anlagen für erneuerbare Energien, Beleuchtung der Gemeinschaftsflächen oder Energiemonitoring | Eigenverbrauch, technische Einschränkungen, Umfang des Förderprogramms und Zusammenhang mit dem Stromverbrauchsprofil |
Nicht jedes Gebäude benötigt alle Maßnahmen. Wenn die Wände bereits fachgerecht gedämmt sind, das Problem jedoch beim Flachdach und einer hydraulisch nicht abgeglichenen Anlage liegt, sollte die Variante aus diesem Ist-Zustand abgeleitet werden – nicht aus einer universellen Liste für eine „Vollsanierung“.
Die Reihenfolge ist auch organisatorisch relevant. Eine Eigentümergemeinschaft kann die Investition in Etappen aufteilen, das Audit sollte jedoch zeigen, ob die erste Etappe spätere Arbeiten erschwert und ob heute ausgewählte Anlagen auch nach Abschluss des gesamten Plans noch zum Gebäude passen.
8. Wie werden die Varianten verglichen?
Varianten sollten weder ausschließlich nach den Investitionskosten noch ausschließlich nach der einfachen Amortisationszeit verglichen werden. Die Verwaltung braucht eine Antwort darauf, was sich energetisch, technisch und finanziell verändert und welche Abhängigkeiten zwischen den Maßnahmen entstehen.
Am häufigsten werden verglichen:
- Investitionskosten;
- jährliche Energie- und Kosteneinsparungen nach der für das jeweilige Audit geeigneten Methode;
- Veränderung des Energie- und Leistungsbedarfs;
- einfache Amortisationszeit oder andere Kennzahlen, die nach der jeweiligen Methodik erforderlich sind;
- Einhaltung technischer Anforderungen und der Bedingungen des Förderprogramms;
- Reihenfolge der Arbeiten und Abhängigkeiten zwischen ihnen;
- Betriebsrisiken, z. B. das Beibehalten alter Regelungseinstellungen nach einer deutlichen Laständerung;
- Einfluss auf Komfort, Lüftung und die Möglichkeit einer späteren Erweiterung des Systems.
Rechenbeispiel: Angenommen, das Gebäudemodell ergibt im Ist-Zustand eine Auslegungs-Heizlast von 360 kW. Nach der Dämmung wichtiger Bauteile und der Präzisierung der Lüftungsannahmen ergibt die Zielvariante 240 kW. Das bedeutet nicht automatisch, dass die neue Wärmequelle exakt 240 kW leisten soll – Trinkwarmwasser, Betriebsweise des Systems, Reserven und Auslegungsbedingungen müssen weiterhin berücksichtigt werden. Das Beispiel zeigt jedoch, warum die Auslegung der Wärmequelle vor der Berechnung des Zustands nach der Modernisierung auf einer nicht mehr aktuellen Gebäudelast beruhen kann.
Bei einem formellen Audit für einen bestimmten Finanzierungsmechanismus muss das Optimierungsverfahren der vorgeschriebenen Methodik entsprechen. In der Investitionsanalyse für die Verwaltung sollten zusätzlich die Grenzen jeder Variante klar dargestellt werden, damit die Entscheidung nicht auf eine einzige Zahl in einer Tabelle reduziert wird.
9. Wie kann das Audit bei der Beantragung einer Finanzierung genutzt werden?
Das Audit kann als Grundlage dienen, um den Ist-Zustand, den geplanten Arbeitsumfang und die erwartete energetische Wirkung nachzuweisen. Bei manchen Förderinstrumenten ist es ausdrücklich vorgeschrieben. So verlangt das polnische Gesetz zur Förderung der thermischen Modernisierung und von Renovierungen beispielsweise, dass einem Antrag auf eine Thermomodernisierungsprämie ein Energieaudit beigefügt wird. Das Audit selbst muss eine Bewertung des technischen Zustands, eine Beschreibung möglicher Varianten und die Benennung der optimalen Variante enthalten.
Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Bericht unverändert für jedes Programm verwendet werden kann. Einzelne Instrumente können andere Kennzahlen, eine andere Art des Wirkungsnachweises, Kostenberechnungen, Planungsunterlagen oder ein zusätzliches Ex-ante-Audit verlangen. Deshalb sollte das Finanzierungsziel vor Beginn der Ausarbeitung festgelegt werden, damit der Auditumfang zu den später einzureichenden Unterlagen passt.
Programmbedingungen, Förderintensität und Antragsstatus können sich ändern. Vor Beginn der Arbeiten sollten daher zunächst die Anforderungen des konkreten Instruments geklärt und anschließend Audit und Dokumentation so vorbereitet werden, dass sie dem tatsächlichen Modernisierungsumfang entsprechen.
10. Wie sollte die Dokumentation vor Beginn der Arbeit des Auditors vorbereitet werden?
Eine gute Vorbereitung verkürzt die Bestandsaufnahme und reduziert die Zahl der Annahmen, die aus der Begehung rekonstruiert werden müssen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Verwaltung über ein perfektes technisches Archiv verfügen muss. Bei älteren Gebäuden fehlen Teile der Dokumentation häufig ganz oder bilden den Zustand nach mehreren Jahrzehnten und zahlreichen Renovierungen nicht mehr ab.
Am besten beginnt man mit fünf Schritten:
- Ziel des Audits festlegen – energetische Modernisierung, Finanzierung, Variantenvergleich, Arbeitsplan für mehrere Gebäude oder eine Kombination dieser Ziele.
- Gebäudedokumentation zusammenstellen – Grundrisse, Schnitte, Anlagenpläne, das polnische Gebäudebuch und vorhandene technische Ausarbeitungen.
- Modernisierungshistorie aufbereiten – was wurde wann, an welchem Gebäudeteil und nach welcher Dokumentation ausgeführt?
- Energiedaten zusammenstellen – mindestens das letzte vollständige Jahr und, sofern verfügbar, mehrere aufeinanderfolgende Heizperioden, um Verbrauchsschwankungen bewerten zu können.
- Zugang zum Gebäude planen – Dach, Keller, Wärmeübergabestation oder Heizraum, Technikräume und, falls erforderlich, ausgewählte Wohnungen.
Checkliste: Was sollte dem Auditor übergeben werden?
- Grundrisse, Schnitte und Ansichten – möglichst in aktueller Fassung oder mit Beschreibung der Änderungen;
- technische Unterlagen zu den Bauteilen der Gebäudehülle – Wände, Dach/Flachdach, Kellerdecken, Fenster und Türen;
- Angaben zu Flächen und Volumen – einschließlich beheizter Fläche und Gemeinschaftsflächen;
- Übersicht früherer Modernisierungen – Jahr, Umfang, eingesetzte Materialien und Geräte, sofern Daten verfügbar sind;
- Daten zur Wärmequelle oder Wärmeübergabestation – Typ, Leistungen, Parameter, Schemata, Regelung, Verträge und vertraglich vereinbarte Leistung, soweit zutreffend;
- Energieabrechnungen und Verbrauchsaufstellungen – Wärme, Gas, Strom und andere Medien im Analyseumfang;
- Informationen zur Zentralheizungsanlage – Schemata, Steigleitungen, Heizkörper, Ventile, Abgleich, Pumpen, Rohrdämmung und frühere Modernisierungen;
- Daten zur Trinkwarmwasserbereitung – Wärmequelle, Zirkulation, Speicher, Dämmung und Verbrauch, sofern gemessen;
- Informationen zur Lüftung – Systemtyp, Kanäle, Außenluftdurchlässe, Ventilatoren und bekannte Betriebsprobleme;
- Daten zu Beleuchtung und Energieverbrauch der Gemeinschaftsflächen – sofern sie in einer umfassenderen Analyse berücksichtigt werden sollen;
- Informationen zur Gebäudenutzung – Zahl der Wohnungen, besondere Zonen, Gewerbeeinheiten, unbeheizte Bereiche und andere Merkmale, die das Modell beeinflussen;
- Vorgaben des Investors – geplantes Budget, technische Einschränkungen, Etappierung, gewünschter Termin und mögliches Finanzierungsinstrument.
Was ist, wenn Unterlagen fehlen?
Fehlende vollständige Unterlagen schließen ein Audit nicht aus. In der Regel bedeuten sie eine umfangreichere Bestandsaufnahme, die Rekonstruktion einzelner Parameter und größere Sorgfalt bei den Annahmen. Auch unvollständige Materialien sollten dem Auditor zur Verfügung gestellt werden: alte Pläne, Protokolle, Rechnungen früherer Arbeiten, Fotos von Renovierungen oder Unterlagen zur Wärmeübergabestation. Sie helfen zu bestimmen, welche Informationen belastbar sind und was vor Ort überprüft werden muss.
Was ist vor der energetischen Modernisierung eines Wohnblocks am wichtigsten?
Bei einem Mehrfamilienhaus sollte die Modernisierung aus der Bilanz des gesamten Gebäudes abgeleitet werden und nicht aus einem einzelnen Problem, das im Betrieb auffällt. Die Dämmung von Bauteilen beeinflusst den Wärmebedarf; dadurch ändern sich wiederum die erforderlichen Volumenströme und Anlagenparameter. Erst auf dieser Grundlage können Wärmequelle, Wärmeübergabestation und Regelung verantwortungsvoll für den Zielzustand ausgelegt werden.
Besonders wichtig ist es, Arbeiten aus unterschiedlichen Jahren zu berücksichtigen. Ein Gebäude mit teilweise gedämmten Fassaden, in einem Teil der Wohnungen ausgetauschten Fenstern und einer modernisierten Wärmeübergabestation ist nicht mehr das Gebäude aus dem Jahr seiner Inbetriebnahme. Das Audit muss den Zustand modellieren, der heute tatsächlich besteht, und die Varianten sollen den Übergang von diesem Zustand zur nächsten technisch stimmigen Modernisierungsstufe darstellen.
Quellen
- Verordnung des polnischen Infrastrukturministers vom 17. März 2009 über den detaillierten Umfang und die Form von Energieaudits – Gesetzestext und Änderungen im ELI
- Polnisches Gesetz zur Förderung der thermischen Modernisierung und von Renovierungen sowie über das zentrale Emissionsregister für Gebäude – konsolidierte Fassung
- Polnisches Ministerium für Entwicklung und Technologie – Informationen zu Energieausweisen
- BGK (Polen) – Thermomodernisierungsprämie und Informationen für Auditoren





